Interferone
Allgemeines
INTERFERONE kennt man bereits seit über 40 Jahren. Trotzdem hat
es bis zum Heiligabend des Jahres 1979 gedauert, bis es Charles Weissman
und M. Taniguchi an der Universität Zürich gelang, eines
der Interferon Gene, das α-Interferon des Menschen, zu klonieren
und größere Mengen dieser Biomoleküle gentechnisch
herzustellen und als Medikament zu testen.
Ursprünglich wurde Interferon entdeckt, weil es von Zellen hergestellt
wird, die versuchen, sich gegen eine Infektion durch bestimmte Viren
zu wehren. Die Bildung der Interferone wird durch Virusnucleinsäure
induziert, sie wirken aber nicht selbst antiviral (virentötend),
sondern vielmehr regen Interferone durch Bindung an andere Zellen die
Synthese verschiedener antiviraler Proteine an.
Mittlerweile kennt man verschiedene Arten von Interferonen, die jeweils
unterschiedliche Anwendungsgebiete in der Medizin besitzen. Man weiß außerdem,
dass Interferone nicht nur Viren bekämpfen, sondern auch bei Entzündungsreaktionen
eine wichtige Rolle spielen. Als Botenstoffe des Immunsystems dirigieren
sie verschiedene Typen von Abwehrzellen. Mit Hilfe der modernen Gentechnologie
werden Interferone heute in einer Reinheit bis zu 99 % produziert.
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